Technisches Hilfswerk trauert um Martin „Faxe“ Schneider
Wir nehmen Abschied von unserem Helferkameraden, Bereichsausbilder und guten Freund
Martin Schneider trat dem Technischen Hilfswerk 1985, im Alter von 19 Jahren, bei. In den mehr als vier Jahrzehnten seiner Tätigkeit setzte er sich in zahlreichen Funktionen für die Belange seines THW-Ortsverbandes ein und leistete notleidenden Menschen auf dem ganzen Globus technische und humanitäre Hilfe.
Neben seiner steten Einsatzbereitschaft bei Katastrophen und Unglücksfällen im Inland ließ sich Martin Schneider früh und mit großem Interesse für Einsätze im Ausland ausbilden und absolvierte so etwa Lehrgänge zur interkulturellen Kommunikation, zur psychischen Hilfe bei besonders belastenden Einsätzen oder der operativen Einsatzführung im Ausland. Mit seinem Wissen leistete er zahlreiche Einsätze auf der ganzen Welt. So beispielsweise im afrikanischen Goma (heute Demokratische Republik Kongo), wo Martin Schneider Mitte der Neunzigerjahre an der Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser mitwirkte, das für rund eine Million Menschen überlebensnotwendig war, die nach dem Völkermord in Ruanda geflüchtet waren. 1999 reiste er nach Albanien, um Notunterkünfte für die Flüchtlinge des Kosovo-Krieges zu errichten. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der THW-Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA), der er viele Jahre angehörte, war er zur Stelle, als 1992 die türkische Stadt Erzincan von einem verheerenden Erdbeben erschüttert wurde. Auch im Rahmen von internationalen Hilfsgütertransporten engagierte sich Martin Schneider, etwa nach Kroatien und mehrere Male nach Rumänien.
In seinem heimischen Ortsverband setzte er sich vor allem für die Erhaltung der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft ein. Als Bereichsausbilder für die Bediener von Motorsägen schulte er hunderte THW-Einsatzkräfte im ganzen Saarland, von den Grundmodulen bis hin zu spezialisierten Schulungen. Als Schirrmeister leistete er viele Jahre treue Dienste bei der Wartung und Pflege von Fahrzeugen und Gerätschäften und stand auch nach Abgabe dieses Amtes als befähigte Person für die Prüfung technischer Geräte bei den jährlichen Materialkontrollen bereit.
Auf zwischenmenschlicher Ebene wurde „Faxe“ vor allem für seine bodenständige, humorvolle und herzliche Art allseits geschätzt. In Anerkennung seines Lebenswerkes verlieh ihm THW-Präsident Gerd Friedsam 2022 das THW-Ehrenzeichen in Bronze, eine der höchsten Auszeichnungen des Technischen Hilfswerks.
Durch den viel zu frühen Tod unseres Kameraden verlieren wir einen besonderen und liebenswerten Menschen und einen treuen Mitstreiter. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit, für jeden schönen Moment und alle Nächstenliebe, die Martin Schneider Menschen in Not zukommen ließ. Martin Schneider wird uns für immer fehlen.
Unsere Gedanken gelten den Hinterbliebenen.
„Was im Leben zählt, ist nicht die bloße Tatsache, dass wir gelebt haben,
sondern wie wir das Leben von anderen verändert haben.“
(Nelson Mandela)
In Dankbarkeit
THW-Ortsverband Freisen
THW-Helfervereinigung Freisen e.V.
THW-Jugend Freisen
